{"id":987,"date":"2015-11-10T02:15:04","date_gmt":"2015-11-10T01:15:04","guid":{"rendered":"http:\/\/www.on-tour.ch\/wordpress\/?p=987"},"modified":"2015-11-10T02:15:04","modified_gmt":"2015-11-10T01:15:04","slug":"salar-de-uyuni","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.on-tour.ch\/wordpress\/2015\/11\/10\/salar-de-uyuni\/","title":{"rendered":"Salar de Uyuni"},"content":{"rendered":"<p>Ein wenig skeptisch waren wir schon, als wir vor unserem Hostel den Bus betraten, welcher uns ins Abenteuer Salar de Uyuni bringen sollte. Egal ob in der Reisebibel Lonely Planet oder auf Trip Advisor, die Touren durch die Salzw\u00fcste werden selten mit Lob \u00fcberh\u00e4uft. Dass die charmante Dame im Agenturb\u00fcro von World White Travel auch nicht oft genug erw\u00e4hnen konnte, dass es sich hier wirklich um eine \u201creally basic\u201d Tour handelt, liess unsere Erwartungen auch nicht wirklich ins Unermessliche steigen. Da es sich allerdings um ein ziemliches Schn\u00e4ppchen handelte und wir lieber wenig Geld f\u00fcr eine schlechte Tour ausgeben wollten als viel &#8211; schliesslich kommen auch die teuren Anbieter nicht gut weg &#8211; beschlossen wir, das Angebot anzunehmen und uns mit dem n\u00f6tigen Proviant einzudecken, um drei Tage zu \u00fcberleben. Wir bestiegen also den Bus, welcher sogleich den chilenischen Zoll ansteuerte. Der Liste, auf welcher man seine Personalien eintragen muss &#8211; vermutlich um die Hinterbliebenen im Falle eines Todes durch Verhungern informieren zu k\u00f6nnen &#8211; konnten wir entnehmen, dass es sich hierbei fast schon um ein Heimspiel handelte. Sieben der elf Teilnehmer besitzen einen Schweizer Pass, erg\u00e4nzt wurde die Truppe durch eine Deutsche, eine Brasilianerin und zwei Inder. Der Halt am chilenischen Zoll sollte dann etwas l\u00e4nger dauern als eingeplant. Die beiden Inder verf\u00fcgten \u00fcber kein g\u00fcltiges Visum f\u00fcr Bolivien und durften die Tour deshalb nicht antreten. Zur\u00fcck auf Start also f\u00fcr die beiden Herren, bevor es f\u00fcr den restlichen Teil der Truppe, deren Schweizer- nur noch durch die Frauenquote \u00fcberboten wurde, in Richtung Bolivianischer Zoll ging. Dort angekommen wartete ein reichhaltiges Fr\u00fchst\u00fcck auf uns, welches die Erwartungen schon mal um L\u00e4ngen \u00fcbertraf. Die Reisetruppe wurde an dieser Stelle auf zwei Fahrzeuge aufgeteilt, welche etwas besser f\u00fcr das Gel\u00e4nde geeignet sind, als der Bus, welcher uns bis zu dieser Station gebracht hat. An dieser Stelle wurde es nochmals etwas regionaler; die Viererbesatzung von \u201cTeam Tom\u201d stammte vollst\u00e4ndig aus Luzern &#8211; erg\u00e4nzt durch unseren bolivianischen Fahrer namens Paul.<br \/>\nAls das Gep\u00e4ck verstaut war und die Pl\u00e4tze bezogen waren, ging die Reise durch die karge Landschaft Boliviens los. Unsere Route f\u00fchrte uns an verschiedene Lagunen sowie zu einer Geysirlandschaft auf rund 5\u2019000 Meter \u00fcber Meer. Um gegen die viel beschriebene H\u00f6henkrankheit gewappnet zu sein, deckten wir uns vorg\u00e4ngig mit Koka-Bonbons und Kokabl\u00e4ttern ein. Zu unserer \u00dcberraschung \u00fcberstanden wir den Aufstieg jedoch ohne Beschwerden, was uns jedoch nicht daran hindern sollte, trotzdem auf den Kokabl\u00e4ttern rumzukauen. Diese Besch\u00e4ftigung stellte sich als weniger appetitlich heraus als erhofft, f\u00fchlte es sich doch etwa so an, als wenn man den Inhalt eines Teeb\u00e4utels als Kaugummi benutzen w\u00fcrde. Weit angenehmer war das Benutzen des menschlichen Kauwerks, als uns bei der Unterkunft f\u00fcr die erste Nacht das Mittagessen serviert wurde. Wie f\u00fcr die Schweizer Reisegruppe geplant, gab es eine Art Mini-Cervelats mit Kartoffelstock, was uns ein erstes Mal die schlechten Touren-Bewertungen hinterfragen liess. Nach dem Mittagessen ging es weiter zur Laguna Colorada, welche das Highlight des ersten Tages darstellen sollte. Bereits die ersten Lagunen auf der Tour waren wundersch\u00f6n, durch unsere Camper-Rundreise in San Pedro waren wir uns jedoch schon ein wenig an solche Anblicke gewohnt. Die Laguna Colorada machte ihrem Namen alle Ehre und pr\u00e4sentierte sich in verschiedensten Farben und beheimatete hunderte Flamingos und Lamas.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.on-tour.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2015\/11\/20151105_181043.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-990\" src=\"http:\/\/www.on-tour.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2015\/11\/20151105_181043.jpg\" alt=\"20151105_181043\" width=\"1500\" height=\"284\" srcset=\"http:\/\/www.on-tour.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2015\/11\/20151105_181043.jpg 1500w, http:\/\/www.on-tour.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2015\/11\/20151105_181043-300x57.jpg 300w, http:\/\/www.on-tour.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2015\/11\/20151105_181043-1024x194.jpg 1024w\" sizes=\"auto, (max-width: 1500px) 100vw, 1500px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Nach der R\u00fcckkehr in die Unterkunft wurde nochmals alles unternommen, um das schlechte Image der Reiseorganisatoren aufzupolieren. Auf Kaffee und Tee mit Keksen folgten Spaghetti Bolognese, die mehr als bloss geniessbar waren. Auch gen\u00e4chtigt wurde nicht etwa in einem Massenschlag, sondern in grossz\u00fcgigen Viererzimmern, wo einzig wir zwei\u00a0ein Bett teilen mussten. Die fehlende Heizung wurde durch zahlreiche Decken und einen Schlafsack kompensiert und f\u00fcr zwei Stunden gab es sogar Strom, um die Akkus der Kameras aufzuladen.<\/p>\n<p>Am n\u00e4chsten Tag besichtigten wir weitere Lagunen, die sich nicht mehr all zu stark voneinander unterscheiden sollten, sowie ein paar skurrile Steinformationen. Den unterhaltsamsten Part des zweiten Tages sollte allerdings der Zwischenhalt darstellen, welcher von Paul zum telefonieren genutzt wurde &#8211; vermutlich der einzige Quadratmeter in der W\u00fcste, an welchem man etwas Empfang hatte und von uns entsprechend gefeiert wurde. Ein weiterer Zwischenhalt sorgte erneut f\u00fcr Begeisterung. Kurz vor Erreichen der zweiten Unterkunft durften wir uns in einem kleinen Laden noch mit Bier und Wein eindecken, das Unterhaltungsprogramm f\u00fcr den Abend war also gefunden. Die zweite Unterkunft verdiente schon fast ein paar Sternchen als Qualit\u00e4tssiegel. Nebst fliessend warmem Wasser und durchgehender Stromversorgung konnte man sich am Boden auch noch nach Herzenslust an Salz bedienen, wovon jedoch nur ein einheimischer Knirps Gebrauch machte. Wir bevorzugten die eingekauften Getr\u00e4nke und verbrachten einen lustigen Abend, bevor wir uns in die Doppelzimmer zur\u00fcckzogen.<\/p>\n<p>Am letzten Tag der Tour hiess es fr\u00fch aufstehen. Bereits um vier Uhr morgens wollte Paul losfahren, damit wir den Sonnenaufgang in der Salzw\u00fcste von Uyuni erleben k\u00f6nnen. Eine Zeit, zu welcher nebst uns nur die Milchstrasse wach war, deutlich aus dem restlichen Sternenhimmel hervor stach und uns bereits f\u00fcr das fr\u00fche Aufstehen belohnte. Doch auch der eigentlich Grund f\u00fcr das Stellen des Weckers konnte uns entz\u00fccken. Der Sonnenaufgang in der weissen Salzw\u00fcste pr\u00e4sentierte sich in einer einzigartigen Pracht und veranlasste uns zum Z\u00fccken der Kameras &#8211; es sollte nicht das letzte Mal sein an diesem Tag. Denn nachdem wir eine kleine Kakteen-Insel besucht hatten und uns ein st\u00e4rkendes Fr\u00fchst\u00fcck serviert wurde, starteten wir zur Fotosession in der Weite der Salar de Uyuni. <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-989 size-medium\" src=\"http:\/\/www.on-tour.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2015\/11\/DSC07615-300x225.jpg\" alt=\"DSC07615\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"http:\/\/www.on-tour.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2015\/11\/DSC07615-300x225.jpg 300w, http:\/\/www.on-tour.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2015\/11\/DSC07615-1024x768.jpg 1024w, http:\/\/www.on-tour.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2015\/11\/DSC07615.jpg 1500w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/>Bei entsprechenden F\u00e4higkeiten im Umgang mit der Kamera eignet sich die W\u00fcste herrvorragend, um Fotos der speziellen Art zu schiessen. Auch wir z\u00f6gerten nicht, uns an diese Aufgabe heranzuwagen und dr\u00fcckten kr\u00e4ftig auf den Ausl\u00f6ser. Weit witziger als die Fotos, die bei den ersten Versuchen entstanden, war es, die Leute bei diesem Projekt zu beobachten, wie sie d\u00e4mlich in der W\u00fcste rumstanden und komische Haltung einnahmen &#8211; uns eingeschlossen. Mit etwas \u00dcbung wurden die Ergebnisse jedoch immer besser und wir hatten unseren Spass am Posieren.<\/p>\n<p>Nach \u00fcberstandener Fotosession besuchten wir noch ein eher langweiliges Salzmuseum sowie einen kleinen Markt, auf welchem die weissen W\u00fcrfel noch von Hand mit schwarzen Punkten versehen werden. Den Abschluss der Tour bildete die Besichtigung eines Einsenbahnfriedhofs, wo einige Lokomotiven und Anh\u00e4nger vor sich hin rosten &#8211; ein Bild wie der Anblick eines Extrazuges nach einer Ausw\u00e4rtsfahrt des FCL, wenn man den Schweizer Medien glauben darf.<\/p>\n<p>Die Tour durch die Salzw\u00fcste von Uyuni war f\u00fcr uns ein weiteres Highlight auf unserer Reise um die Welt. Weshalb der Ruf der Anbieter so zweifelhaft ist, k\u00f6nnen wir nicht in keinster Weise nachvollziehen. Alle Beteiligten haben sich stets gr\u00f6sste M\u00fche gegeben, um die Tour zu einem tollen Erlebnis f\u00fcr die Teilnehmer zu machen &#8211; und das ist ihnen auch absolut gelungen!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ein wenig skeptisch waren wir schon, als wir vor unserem Hostel den Bus betraten, welcher uns ins Abenteuer Salar de Uyuni bringen sollte. 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