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Hongkong, Macau und Bangkok

Eine der Fragen, welche uns bei den meist eher oberflächlichen Gesprächen mit anderen Reisenden am Häufigsten gestellt wurde, war jene nach der Destination, welche uns auf unserer Reise am besten gefallen hat. Eine Frage, auf welche wir keine Antwort geben konnten: Zu unterschiedlich waren die verschiedenen Orte, welche wir während der sieben Monate besucht haben. Der eindrückliche Besuch des Machu Picchus, das traumhaftschöne Meer bei den San Blas Inseln oder die einzigartige Landschaft der Salar de Uyuni können und sollen nicht miteinander verglichen werden, geschweige denn gewertet werden. Gerade diese grossen Unterschiede, sei es seitens Landschaft, Kultur oder Religion waren es, welche unsere Reise so spannend machten und dafür verantwortlich waren, dass es uns nie langweilig wurde.

Mit einer der grössten Kontraste innerhalt kürzester Zeit erlebten wir, als wir von Sumatra – nach einem kurzen Zwischenhalt in Kuala Lumpur – nach Hongkong reisten. Waren die Häuser im Westen Indonesiens teilweise kilometerweit auseinander und die Strassen oftmals nur mit Fantasie als solche zu erkennen, so präsentierte sich Hong Kong als eine der am dichtesten besiedelten Städte mit einem perfekt funktionierenden U-Bahn-System. Doch auch Hong Kong selber ist sehr vielfältig und abwechslungsreich. Dies einerseits aufgrund der britischen und chinesischen Einflüsse, welche die Geschichte der heutigen Sonderverwaltungszone mit sich bringt. Anderseits überrascht Hong Kong nebst den typischen Eigenschaften einer Grossstadt aber auch mit grosszügigen Grünflächen und zahlreichen Wandermöglichkeiten. Aufgrund der kurzen Aufenthaltsdauer verzichteten wir jedoch auf solche Wanderungen und erlebten die grünen Seiten der Stadt anlässlich eines Besuchs im Ocean Park – einer Mischung aus Freizeitpark und Zoo im Süden von Hong Kong Island – welcher nebst vielen anderen Tieren auch einige Pandabären beheimatet, welche uns überraschend Lang zu unterhalten vermochten.

Die restliche Zeit in Hong Kong verbrachten wir in erster Linie mit dem Erkunden der Stadt und dem bestaunen der eindrucksvollen Skyline – vielleicht der schönsten der Welt. Einen besonders guten Blick auf die Stadtsilhouette erhält man vom Victoria Peak und von der Ozon Bar im höchsten Gebäude Hong Kongs auf der Insel Kowloon. Dass nicht nur die Bar relativ hoch gelegen ist, sondern auch deren Preise, störte uns zu diesem Zeitpunkt nur bedingt, wussten wir doch zu diesem Zeitpunkt bereits, wann wir den Rückflug in die Schweiz antreten würden. Diese Gewissheit wirkte sich direkt auf unser (Konsum)verhalten aus, so suchten wir des Öfteren auch wieder etwas teurere Restaurants auf und verbrachten Zeit in den Pubs entlang der längsten Rolltreppe der Welt und schauten die Spiele der «Hong Kong Sevens», einem Rugbyturnier, welches zeitgleich stattfand und für unseren Favoriten Samoa leider nicht all zu erfolgreich ausging.

Von Hong Kong aus gingen wir mittels Schnellfähre weiter nach Macau, einer weiteren Sonderverwaltungszone der Volksrepublik China, welche bis 1999 noch eine portugiesische Kolonie war. Macao gilt als das Las Vergas Asiens, ein Ort, an welchem die Festlandchinesen ihre Leidenschaft für das Glücksspiel ausleben können. Doch auch wenn die imposanten Gebäude an die Wüstenstadt in Nevada erinnern, die Atmosphäre lässt sich unmöglich mit derjenigen von Las Vegas vergleichen. Alles dreht sich nur ums Glücksspiel und mit Abstrichen ums Einkaufen in den zahlreichen Bijouterien der Stadt. Eine lockere Stimmung, Party und Shows sucht man in Macao vergebens. So suchten auch wir unser Glück in den zahlreichen Casinos und wurden fündig: Dank der 22 und anderen Zahlen konnten wir einen Grossteil der Übernachtungskosten im wunderbaren «Galaxy Macao» erspielen. Doch wenn einem das Glück im Spiel und der Liebe hold ist, so muss man an anderen Orten Abstriche machen. Bei uns war es einmal mehr das Wetter, welches nicht unseren Vorstellungen entsprach und die Besichtigung der Altstadt Macaus ins Wasser fallen liess.

Der Regen in Macau sollte nur ein Vorgeschmack auf das Wasser sein, welches in Bangkok – der letzten Station unserer Weltreise – auf uns gewartet hat. Auch wenn in der Hauptstadt Thailands selten auch nur eine Wolke zu sehen war, kamen wir in den ersten Tagen unseres Aufenthalts kaum einmal trocken zurück in die Unterkunft. Pünktlich zum Songkran, dem thailändischen Neujahresfest, kamen wir in Bangkok an. Traditionellerweise werden in dieser Zeit rituelle Waschungen durchgeführt, der Brauch hat sich jedoch so entwickelt, dass sich alle Leute gegenseitig mit Wasser bespritzen, sei dies mittels Wasserkübeln oder -pistolen bzw. -gewehren. Die grosse Wasserschlacht ist zu Beginn noch witzig, kann mit der Zeit aber auch nerven, insbesondere wenn man Gegenstände trocken transportieren möchte.

Den ersten Teil unseres Bangkok-Aufenthalts verbrachten wir in der Nähe einer der berüchtigtsten Strassen der Stadt, in welcher die «Liebe» sämtliche Sprachbarrieren überwindet und keine Grenzen zu kennen scheint. Wir beobachteten das dortige Treiben sehr amüsiert und nutzten den zentralen Standpunkt für Ausflüge zu Tempeln und Einkaufszentren, wo wir uns mit Kleidern, Souvenirs und Geschenken für die Heimat eindeckten. Für den zweiten Teil quartierten wir uns in einem gehobenen Hotel mit schöner Poolanlage ein, welches direkt am Fluss Chao Phraya liegt und von welchem man mittels Boot zur nächstgelegenen Skytrain-Station kam. Wir genossen unsere letzten Tage und liessen es uns nicht nehmen, noch einen Thai-Kochkurs zu besuchen und uns Kleider auf den Leib schneidern zu lassen.

Die Zeit in Bangkok verging wie im Flug und so rückte der Tag unserer letzten Abreise immer näher. Mit gemischten Gefühlen, jedoch voller Vorfreude auf die Heimat und auf das Wiedersehen mit Freunden und Familie traten wir die Reise nach Zürich an, wo wir bereits von einem Teil unserer Liebsten empfangen und zu einem gemeinsamen Brunch im Rain gebracht wurden. Eine riesen Überraschung erwartete uns, als wir unsere neue Wohnung in Neuenkirch besichtigen wollten. Sämtliche Zügelarbeiten waren bereits erledigt, die Wohnung liebevoll eingerichtet von Freunden und Familie. Eine Geste, die uns schlicht und einfach überwältigt hat!

Wir blicken nun zurück auf eine siebenmonatige Reise, welche uns zu wunderschönen Orten, spannenden Menschen und fremden Kulturen geführt hat. Eine Reise, auf welcher wir viele neue Erfahrungen sammeln durften und welche uns noch ein Stück näher zusammengebracht hat. Wir blicken zurück auf eine Reise, welche die Lust auf weitere Abenteuer gestärkt hat und uns auch gezeigt hat, wie gut es uns zu Hause geht. Eine Reise, welche uns aber auch die Augen geöffnet hat, dass es manchmal nur wenige braucht, um glücklich zu sein!

Wir möchten uns an dieser Stelle bei allen bedanken, die uns im Vorfeld, während oder nach der Reise unterstützt haben oder auch einfach nur mit Interesse unseren Blog verfolgt haben!

Steffi und Michi

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