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Copacabana, Arequipa & Machu Picchu

Unterschiedlicher könnten zwei Ortschaften kaum sein; nach der hektischen und stickigen Grossstadt La Paz brachen wir auf in Richtung Copacabana. Das kleine Städtchen am Titicacasee verwöhnte unsere Lungen mit sauberer Luft und lediglich die zahlreichen Hostels und Restaurants liessen erahnen, dass es hier während der Hochsaison auch ziemlich hektisch zu und her gehen könnte. Im November jedoch sind die Strassen kaum bevölkert und man findet sowohl zum Essen wie auch zum Schlafen problemlos ein Plätzchen. Beim Titicacasee handelt es sich um den zweitgrössten See Südamerikas. Nebst seiner Grösse – welche ca. 15x der Fläche des Bodensees entspricht – ist vorallem auch die Lage des Titicacasees auf rund 3’800 m.ü.M. aussergewöhnlich. Zudem gibt der See mit den Anden im Hintergrund ein wirklich schönes Bild ab, welches einen in London lebenden Asiaten, welchen wir auf der Death Road Tour kennelernten, dazu veranlasste, uns in de höchsten Tönen von unserer nächsten Station vorzuschwärmen. Weder Hong Kong noch London liegen zwischen dem Sempacher- und dem Vierwaldstättersee, was vermutlich erklärt, weshalb wir nicht ganz so aus dem Häuschen waren wie unser asiatischer Freund. Peru01Von Copacabana aus brachte uns ein Schiff im gemächlichen Tempo auf die Isla del Sol, wo wir zum ersten Mal auf unserer Reise mit Inka-Ruinen in Berührung kamen. Nach Besichtigung dieser Sehenswürdigkeiten führte uns eine rund vierstündige Wanderung vom Norden über die hüglige Landschaften in den Süden der Insel, von wo aus das Schiff wieder in Richtung Copacapana aufbrach. Wie es der Zufall wollte platzierten wir uns auf dem Oberdeck des Schiffes just neben zwei Schweizern, welche unsere Anwesenheit in Copacabana schon einige Stunden vor unserem Aufeinandertreffen bemerkt hatten. Judith und Meini haben sich nicht nur für das gleiche Schiff wie wir entschieden, sondern sich auch direkt nach uns im gleichen Hostel einquartiert, wo Ihnen unsere Namen im Registrierbuch aufgefallen sind und sie sich zum Ziel gesetzt haben, uns ausfindig zu machen. Mission geglückt!

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Aufgrund der Empfehlung verschiedener Reisender haben wir uns entschieden, von Copacabana aus nicht direkt nach Cusco, sondern zuerst nach Arequipa zu reisen. Beim Grenzübertritt von Bolivien nach Peru erwischten wir glücklicherweise eine Phase, in der die Beamten gerade nicht mit Streiken beschäftigt waren, weshalb dieses Unterfangen relativ problemlos über die Bühne ging. Als Souvenir aus Bolivien brachten wir ein paar Bakterien oder Viren mit nach Peru, welche den Kraftaufwand beim immer häufiger auftretenden Stuhlgang deutlich reduzieren sollten. Zu unserem Bedauern wurden diese bei der Grenzkontrolle nicht entdeckt und beschlagnahmt. Die Busfahrt unterbrachen wir dann in Puno für einen kurzen Spaziergang, da Steine und Flaschen einer Demonstration die Einfahrt zum Busbahnhof verunmöglichten. Die Reise konnten wir jedoch früher als befürchtet fortsetzen, weshalb wir doch noch am späteren Abend in Arequipa eintrafen. Die Stadt erwies sich als so schön wie von verschiedenen Personen beschrieben und präsentierte sich zu einem grossen Teil ganz in weiss mit einer beeindruckenden Kathedrale und einem nicht minder interessanten Kloster in der Grösse eines kleinen Dorfes. Peru29Das gewisse Etwas verleihen der Stadt jedoch die beiden Vulkane El Misti und Chachani, welche am Rande der Stadt in die Höhe schiessen und so das Stadtbild entscheidend mitprägen. Nebst dem Erkundschaften der Stadt und dem Verkosten eines Meerschweinches brachen wir auch zu einer zweitätigen Tour zum Colca Cañón, dem zweittiefsten Canyon der Welt. Da der Canyon an der tiefsten Stelle jedoch nicht ganz so steil ist wie man sich das vielleicht vorstellt, erinnerte die Schlucht mehr an eine eindrückliche Berglandschaft als an das, was wir uns mit Anlehnung an den Grand Canyon erwartet hätten. Peru17Nebst der schönen Landschaft bildet das Cruz del Condor ein weiteres Highlight der Tour. Zwischen 8 und 10 Uhr  lassen sich hier Kondore beobachten, wie sie sich mit ihrer eindrücklichen Spannweite von bis zu drei Metern von der Morgenthermik über dem Canyon kreisen lassen. Leider erwiesen sich die ersten 1.5 Stunden jedoch als vergebliches Warten auf Godot Condor. Die Vögel wollten sich dem wartenden Publikum nicht präsentieren und so machten wir uns etwas enttäuscht auf in Richtung Bus, wo uns der Tour-Guide jedoch nochmals eine halbe Stunde Extrazeit einräumte. Während die meisten anderen Besucher abzogen, durften wir nochmals weitere 30 Minuten in den Himmel schauen und wurden für unsere Geduld (oder für diejenige unseres Guides) belohnt. Zwei prächtige Kondore kreisten über dem Canyon, was das Herz eines jeden Vogelliebhabers höher schlagen liess und selbst uns zu beeindrucken vermochte.

Nach dem Aufenthalt in Arequipa machten wir uns schliesslich auf nach Cusco, wo wir unsere Tour zum Machu Picchu – eigentlich der Hauptgrund für unseren Peru-Besuch – starteten. Es gibt mehrere Möglichkeiten, die Ruinenstadt der Inkas zu erreichen, bekannt ist in erster Linie der Inka Trail, eine viertägige Wanderung, für welche man sich bereits Monate im Voraus anmelden muss. Wir entschieden uns – begleitet von Judith und Meini – für die etwas modernere Version, den Inka Jungle Trail. Peru30Am ersten Tag ging es mit dem Bike in ca. drei Stunden von rund 4’300 m.ü.M. runter auf 1’250 m.ü.M., entlang abwechslungsreichen und wunderschönen Landschaften. Am Nachmittag hiess es, sich in wassertaugliche Kleidung zu werfen und sich reichlich mit Moskito-Schutz einzudecken, River Rafting stand auf dem Programm. Im Gummiboot, bewaffnet mit einem Paddel trotzten wir der Strömung und den Wellen des Flusses und mussten uns lediglich den blutrünstigen Moskitos geschlagen geben. Am nächsten Morgen ging es zurück zum Fluss, den wir diesmal jedoch in einer gewissen Höhe aber mit ordentlichem Tempo und der Hilfe von Drahtseilen und einer Rolle überquerten – Ziplining nennt sich dieser SpaPeru35ss.
Am Nachmittag standen für einmal keine Hilfsmittel zur Fortbewegung zur Verfügung. Entlang der Eisenbahnlinien machten wir uns auf in Richtung Aguas Calientes, an den Fuss des Machu Picchus, ein kleines Einwärmen für den Aufstieg am nächsten Tag.

 

Um vier Uhr holte uns der Wecker aus dem Tiefschlaf und kündigte den neuen Tag an. Nach einem ersten Spaziergang von Aguas Calientes zu einer Brücke, deren verschlossenes Tor den Weg zum Aufstieg verwehrte, warteten wir mit den anderen wanderwilligen Machu Picchu Besuchern darauf, dass der Weg nach oben freigegeben wird. Um (für südamerikanische Verhältnisse) Punkt fünf Uhr war es dann soweit und wir nahmen die rund 1’500 Stufen in Angriff, welche zur Ruinenstadt hochführten. Das von unserem Guide angeschlagene Tempo liess uns schon bald nach Atem ringen und wir fragten uns insgeheim, ob die gemütliche Variante des Aufstiegs mittels Bus nicht doch die bessere Entscheidung gewesen wäre. Doch als Einstimmung auf die Inka Stätte war der steile Aufstieg genau das Richtige und als das Tempo etwas gedrosselt wurde, funktionierte auch die Atmung wieder beinahe reibungslos. Oben angekommen wurden wir für sämtliche Strapazen entschädigt.Peru55 Die Mischung aus Wolken, Nebel und aufgehender Sonne verlieh diesem sonst schon mystischen Ort die perfekte Stimmung und liess uns in Ehrfurcht erstarren. Es ist immer wieder erstaunlich, wie man von Orten, welche man schon so oft auf Fotos gesehen hat, beim erstmaligen Besuch doch so fasziniert sein kann, doch genau diese Tatsache macht das Reisen und das Aufsuchen solcher Plätze erst wirklich lohnenswert. Die ersten zwei Stunden wurden wir von unserem Guide in die Geheimnisse des Machu Picchus eingeweiht, wobei viele Geheimnisse wohl für alle Zeit ungelöst bleiben werden. Da es keine schriftlichen Überlieferungen aus der Zeit der Inkas gibt, sind viele Behauptungen über diesen Ort lediglich Vermutungen, welche nicht bewiesen sind – selbst der ursprüngliche Name dieses Ortes ist unbekannt. Nachdem sich unser Guide verabschiedet hat, machten wir uns selbständig auf Entdeckungsreise der Ruine und besuchten unter Anderem das Sonnentor und die Inka Brücke, bevor wir den Weg zurück nach Aguas Calientes antraten. Von dort ging es mittels Zug – dem einzigen Verkehrsmittel, welches an diesen Ort führt und dessen Preise selbst die SBB günstig erscheinen lassen – ins nächste Dorf, wo uns ein Kleinbus zurück nach Cusco brachte. Am nächsten Tag hiess es bereits wieder Abschiednehmen von Peru. Per Flugzeug ging es weiter nach Lima, wo wir nach einer kurzen Stadtbesichtigung weiter nach Kolumbien flogen.

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