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Kolumbien

Seit dem Start unserer Reise trugen wir die Vorfreude auf Kolumbien in unserem Gepäck. Ausnahmslos alle Reisenden, welche Kolumbien besucht haben, schwärmen in den höchsten Tönen von diesem Land, welches in unseren Breitengraden noch immer einen etwas zweifelhaften Ruf geniesst. Wir reisten per Flugzeug aus Peru nach Bogotá, der Hauptstadt Kolumbiens. Von der wunderschönen Landschaft des Landes, welche uns im Vorfeld immer beschrieben wurde, ist hier allerdings noch nicht viel zu sehen. Bogotá ist unglaublich gross beheimatet offiziell inklusive Agglomeration rund 15 Millionen Menschen, inoffiziell sind es angeblich noch ein paar Millionen mehr. Kolumbien17Uns wurde schnell klar, dass wir diese Stadt nur sehr oberflächlich kennenlernen werden, da wir sonst wohl den Rest unserer Reisezeit alleine an diesem Ort verbringen müssten. Um zu realisieren, dass die Stadt über eine sehr kreative Streetart-Szene verfügt, benötigten wir jedoch nicht all zu lange. Einen etwas tieferen Einblick in diese Kultur bot uns die Graffiti-Tour, welche uns nebst Informationen zu den lokalen und internationalen Künstlern auch einige Informationen über die Geschichte der Stadt bot. Um uns von der bereits erwähnten Grösse der Stadt noch visuell zu überzeugen, brachen wir auf zum Gipfel des Hausberges Monserrate. Von einer Besteigung zu Fuss wurde uns dringend abgeraten – nicht, weil man uns den Anstieg konditionell nicht zugetraut hätte, sondern weil man als Tourist auf dem Weg nach oben gerne Opfer von Überfällen wird. So führte uns eine Schweizer Gondel auf die Spitze des Monserrates, wo uns Bogotás unglaubliche Weiten eindrücklich präsentiert wurden. Wir genossen die Aussicht über die riesige Stadt und gönnten uns einen kräftigen Kaffee, bevor wir uns wieder auf Entdeckungstour in der Grossstadt machten.

Nach fünf Tagen verliessen wir Bogotá, auch wenn es bestimmt noch vieles zu besichtigen gegeben hätte. Da wir aber unsere Zeit in Kolumbien nicht in erster Linie in der Nähe von verstopften Strassen verbringen wollten, zog es uns per Nachtbus weiter in die Zona Cafetera. Grundsätzlich sind wir jeweils froh, wenn eine Busfahrt nicht so lange dauert wie angekündigt, in diesem Fall war es jedoch eher ungünstig, weil wir noch halbwegs in der Nacht in Armenia eintrafen, glücklicherweise aber dennoch ein Taxi fanden, welches uns zu unserem ein paar Kilometer entfernten Hotel brachte. Auch wenn man dort erst deutlich später mit unserer Ankunft gerechnet hat, durften wir sogleich ein Zimmer beziehen und uns noch ein paar Stunden Schlaf gönnen.

Wir beide sind nicht ganz so bibelfest und wissen nicht, ob es im alten Testament eine Ortsangabe zum Garten Eden gibt. Falls nicht, sei an dieser Stelle verraten, dass das Paradies in Kolumbien liegen muss. Das Hotel “Mirador las Palmas” liegt inmitten einer grünen Oase, wo Früchte und Kaffe wachsen, aus der Luft von Adlern und anderen Vögeln beobachtet. Ein grosszügiger Pool ist das Herzstück der Anlage und lädt zum Abkühlen ein. Wir wollten ursprünglich nur für eine Nacht in diesem Hotel bleiben und anschliessend noch andere Orte in der KaffKolumbien20eezone besuchen, es brauchte jedoch nicht viel Überzeugungsarbeit der Hotelangestellten, bis wir unsere Pläne änderten und unseren Aufenthalt im “Mirador las Palmas” um ein paar Tage verlängerten. Vom Hotel aus besuchten wir einen Kaffeeproduzenten, welcher erstklassigen Kaffee herstellt und die besten Bohnen selber vor Ort verkauft. Das ist eher ungewöhnlich, im Normalfall wird der Premiumkaffee nach Europa, Asien oder in die USA verschifft und in Kolumbien bleibt nur die zweite oder dritte Qualitätsstufe, was allerdings nicht heisst, dass man hier keinen guten Kaffee bekommt, es gibt jedoch grosse Unterschiede von Restaurant zu Restaurant. Als sicherer Tipp gelten die Filialen von “Juan Valdez”, dem kolumbianischen Pendant zu Starbucks, einfach besser und günstiger. Vor Ort bekamen wir eine Führung durch die Anlage wo uns der ganze Prozess der Kaffeeherstellung gezeigt wurde. Zum Schluss wurden wir noch zu Kaffeeexperten ausgebildet. Nicht, dass wir das vorher nicht schon gewesen wären, doch ab jetzt haben wir ein Zertifikat. Ein weiterer Auflug führte uns zum Cocora-Tal, bekannt für seine schöne Landschaft und die bis zu fünfzig Meter hohen Quindio-Wachspalmen. Ganz in der Nähe des Cocora-Tals liegt Salento, ein bei Touristen äusserst beliebtes Dorf, welchem wir auch einen Besuch abstatteten und welches – hätten wir unseren Aufenthalt im Hotel nicht verlängert – wohl unsere nächste Destination gewesen wäre. Das Dorf ist zweifellos ganz hübsch, allerdings auch unglaublich touristisch, dass wir uns in unserer Entscheidung mit der Verlängerung in unserem persönlichen Garten Eden erst recht bestätigt fühlten.

Die restliche Zeit in der Kaffeezone verbrachten wir in erster Linie am Pool oder beim Erkundschaften der wunderschönen Gegend auf dem Fahrrad. Auch wenn wir problemlos noch einige Wochen in diesem Paradies hätten verbringen können, hiess es für uns bald Abschied nehmen. Nicht, dass wir von einem verbotenen Apfel genascht hätten – dafür waren die Ananas’ viel zu gut und von Schlangen halten wir sowieso immer einen grossen Abstand –  doch auf unserer Reiseroute stehen noch andere schöne Ortschaften, welche es zu besuchen gilt. So zum Beispiel Medellin, unsere nächste Station. Medellin galt noch vor rund 25 Jahren als die gefährlichste Stadt der Welt und blickt auf eine blutige Geschichte zurück, welche in erster Linie mit dem Namen Pablo Escobar verbunden ist. Um seine Geschichte und diejenige der Stadt etwas besser zu verstehen, nahmen wir an der Pablo Escobar Tour teil, auf welcher wir wichtige Schauplätze im Leben des Drogenbarons besuchten und viel über das Drogenkartell und die Auswirkungen auf die Stadt und die Bewohner Medellins erfuhren. Heute gilt die Stadt als sicher und man muss keine Angst mehr haben, von irgendwelchen Killerkommandos auf Motorrädern erschossen zu werden. Doch der Grossteil der Bevölkerung hat die Zeit der Drogenkriege hautnah miterlebt und wurde von dieser Zeit stark geprägt. Heute wird dieses Kapitel in der Stadt totgeschwiegen, unser weiblicher Tourguide, etwa in unserem Alter, hat uns erzählt, dass ihre Eltern nicht mal über die Zeiten Escobars sprechen wollten, als sie diesen Job angenommen hat und mehr über diese Epoche Medellins in Erfahrung bringen wollte. Kolumbien76Medellin blickt auf eine blutige Geschichte zurück und es scheint, als ob das Blut nur mit einem Pflaster bedeckt wurde, jedoch noch nicht getrocknet ist. Die Leute in Medellin freuen sich jedoch zweifellos, dass nach dem dunklen Kapitel Medellins nun wieder Touristen in die Stadt mit dem einst gefährlichen Ruf kommen. Schon Minuten nach unserer Ankunft am Busbahnhof, als wir nach einem Taxi Ausschau hielten, wurden wir von einer jungen Frau begrüsst, welche uns den Weg zu unserem Hotel zeigen wollte. Da sie das Hotel nicht kannte, hat sie kurzerhand dort angerufen und gefragt, wo dieses liegt. Das Angebot, dass sie uns dorthin fahren wird, haben wir dankend abgelehnt, irgendwie kam es wohl etwas zu überraschend. Hätten wir das Angebot angenommen, wäre uns jedoch eine der legendärsten Taxifahrten unserer Reise entgangen. Aus welchem Grund auch immer war es am Busbahnhof fast unmöglich, ein Taxi zu bekommen, weshalb wir uns mit einer nicht ganz so jungen Frau darauf einigten, das nächste Taxi zu teilen. Nach ein paar Minuten im Taxi Kolumbien58begann eine hitzige Diskussion zwischen dem Taxifahrer und der nicht ganz so jungen Dame bezüglich unseres Hotels. Die beiden meinten, dass die Gegend für Touristen völlig ungeeignet und zu gefährlich sei und dass wir besser an einem anderen Ort übernachten sollen. Die Diskussion zwischen dem Taxifahrer und der nicht ganz so jungen Frau, welches Viertel und welche Hotel denn nun am besten geeignet wäre, könnte von einem seit Jahren verheirateten Ehepaar stammen. Wir amüsierten uns prächtig und waren gespannt, was die beiden für uns entscheiden. Irgendwann konnten sich die beiden einigen und wir durften mit ihrem Segen ein Hotel beziehen, welches auch für uns in Ordnung ging. Der Taxichauffeur verabschiedete sich an dieser Stelle. Die nicht ganz so junge Frau jedoch begleitete uns noch zum Nachtessen und hätte uns am liebsten auch die nächsten Tage noch Gesellschaft geleistet, was wir dann jedoch dankend ablehnten. Da die Temperaturen in Medellin und in hoffentlich all unseren künftigen Destinationen deutlich höher sind als in den Höhen von Peru und Bolivien, entschieden wir uns, die wärmsten Kleider per Paket in die Schweiz zu schicken. Bei der Post stellte sich eine Kundin spontan als Dolmetscherin für das etwas komplizierte Unterfangen zur Verfügung, so dass wir das Paket noch knapp vor Schalterschluss losschicken konnten. Ohne die Beratung des Taxifahrers und der nicht ganz so jungen Frau in Frage stellen zu wollen, wechselten wir dann doch noch das Hotel in ein anderes Viertel der Stadt. Bei einer kurzen Pause, die zur Orientierung dienen sollte, stoppte bereits ein Auto am Strassenrand und fragte, wohin wir wollen. Da wir das selber nicht so genau wussten, wurden wir kurzerhand ins Auto gebeten und an den Ort mit den schönsten Restaurants und Bars gefahren. Spätestens da wussten wir, dass wir wohl auch das Angebot beim Busbahnhof hätten annehmen dürfen, Leute aus Medellin sind halt einfach so nett.

Nachdem wir die Stadt per U-Bahn und Gondelbahn weiter erkundet haben, ging es per Flugzeug weiter nach Santa Marta, an die Karibikküste Kolumbiens. Unser erstes Hostel befindet sich ein paar Kilometer südlich von Santa Marta, direkt am Strand und war unter Anderem Ausgangspunkt für einen Ausflug nach Minca, ein Dorf ca. 45 Minuten entfernt von unserem Hostel. Die Gegend um Minca ist mit rund 650 m.ü.M. wieder etwas höher gelegen und entsprechend nicht ganz so heiss wie die Strandregion um Santa Marta. Die prächtige Landschaft ganz in grün lädt zu Wanderungen ein und erinnerte uns ein klein wenig an die geliebte Kaffeezone Kolumbiens. Kolumbien65Zum Baden gibt es jedoch keinen Pool, jedoch einen kleinen Bach, direkt unter einem Wasserfall, welcher Ziel unserer ersten Wanderung war. Am Nachmittag bewegten wir uns in die andere Richtung, wo ebenfalls eine kühle Bademöglichkeit besteht. Nach der Abkühlung wurden wir von einem kolumbianischen Päärchen – welches nicht im romantischen Sinne ein Paar ist – angesprochen, ob wir den Rückweg nicht mit ihnen in Angriff nehmen möchten. Wir machten uns zu viert auf den Weg und erfuhren einiges über die Region und über mögliche nächste Ziele und wurden dann auf halbem Weg zurück ins Dorf eingeladen, den Rest des Weges in ihrem Auto zurückzulegen. Etwas überrascht waren wir dann, dass die beiden nicht nur zurück nach Minca, sondern gleich bis zu unserem Hostel gefahren sind. Leute aus Kolumbien sind halt so nett. Als Preis für diese Dienstleistung mussten wir jedoch im Auto mitsingen. Da uns dies etwas gar billig vorkam, luden wir die beiden noch zu einem Bier in unserem Hostel ein, wo wir gemeinsam den Sonnenuntergang beobachteten, die anderen beiden natürlich nicht im romantischen Sinne.

Mittlerweile sind wir wieder einmal umgezogen in ein etwas luxuriöseres Hotel mit Pool, wo wir die Weihnachtszeit verbringen, bevor wir in unser nächstes Abenteuer abtauchen.

 

13 thoughts on “Kolumbien

  1. Ste

    Hallo Ihr zwei,
    einmal mehr ein toller Bericht – man fühlt sich, als wäre man selber mit Euch in Kolumbien! gratüll!
    … aber denkt bitte daran, keinen Kaffee nach 1600 Uhr!!!!
    Liäbi Grüäss und guäte Rutsch!
    Ste

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