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Westen der USA

Entgegen der Empfehlung von Scott McKenzie gingen wir ganz ohne Blumen in den Haaren nach San Francisco, vielleicht waren die Bettwanzen, mit denen wir in der ersten Nacht unsere Unterkunft teilten, die gerechte Strafe für diese Unterlassung. Doch auch juckende Haut konnte uns nicht daran hindern, uns auf Anhieb wohl zu fühlen in dieser Stadt, deren Puls ein bisschen langsamer zu schlagen scheint als jener von anderen Grossstädten. Nach einem Kennenlernspaziergang durch den Union Square, China Town und Little Italy bis hin zum Hafen der Stadt, bot sich uns spontan die Gelegenheit, mit dem Schiff nach Alcatraz zu fahren und das wohl berühmteste Gefängnis der USA zu besichtigen. Nicht nur die von einem Audio-Guide begleitete Tour, sondern auch der Ausblick vom Schiff auf die Skyline von San Francisco und die Golden Gate Bridge konnten uns begeistern. Auch das Wetter meinte es gut mit uns. Ist San Francisco sonst bekannt für Nebel und Regen, zeigte sich die Stadt während unseres gesamten Aufenthalts von ihrer sonnigen Seite. Wir nutzten das prächtige Wetter am nächsten Tag, um die Stadt vom oberen Stock eines Hop-on Hop-off Busses zu besichtigen und liessen es uns an unserem letzten Tag nicht nehmen, die Golden Gate Bridge auf dem Fahrrad zu überqueren. Nach etwas mehr als vier Monaten in teilweise sehr armen Ländern ohne jeglichen Luxus war San Francisco eine willkommene Abwechslung zu dem bisher Gesehenen. Doch auch wenn die Stadt an der Pazifikküste einen unglaublichen Charme versprüht, so hat auch sie ihre Schattenseiten. Gerade in der Gegend um unser Hotel bekamen wir mehr Obdachlose und bettelnde Menschen zu Gesicht, als uns in den ärmsten Ländern in Südamerika begegnet sind.
Etwas weniger charmant, dafür umso glamouröser war unser nächstes Reiseziel: Vegas Baby! Unser Reisebudget konnten wir am Roulettetisch zwar nicht wie geplant in atmosphärische Höhen treiben, um das Trinkgeld für das Servierpersonal in den Casinos zu finanzieren dürften die mageren Gewinne jedoch gereicht haben. Dass wir die Stadt doch mit etwas weniger Geld im Portemonnaie verliessen, dafür sorgten die grandiosen Restaurants und die genialen Shows (Blue Men Group / Michael Jackson by Cirque de soleille) in den noch grandioseren und genialeren Hotelanlagen. Dass die Stadt der Sünde inmitten einer Wüste liegt, macht Las Vegas noch etwas spektakulärer und da diese Wüstenregion einige Naturschönheiten einschliesst, entschieden wir uns, für die nächsten vier Tage ein Auto zu mieten und einige dieser eindrücklichen Landschaften zu besuchen.
Unsere erste Station war sogleich auch das Highlight unserer kleinen Rundreise. Der Grand Canyon ist rund 450 km lang und zwischen 6 und 30 km breit. Steht man jedoch vor diesem unglaublichen Naturwunder, scheint es, als ob er kein Ende nähme. Die bis zu 1’800 Meter tiefen Schluchten, welche über Millionen von Jahren von den Kräften der Natur gebildet wurden, zeigen die verschiedenen Schichtenabfolgen unseres Planeten und lassen den Besucher vor Erfurcht erstarren.
Nicht mit seiner Grösse, sondern mit Farben und Formen eroberte der Antelope Canyon unsere Herzen. Auf Grund seiner spektakulären Erscheinung gilt der von uns besuchte Upper Antelope Canyon als einer der am meisten fotografierten Plätze auf diesem Planeten. Auch wir liessen es uns nicht nehmen, das ein oder andere Foto zu schiessen. (Offiziell) aus Sicherheitsgründen ist der Antelope Canyon nur mit einer geführten Tour zu besuchen. Leider ist diese Tour zeitlich stark begränzt, weshalb wir förmlich durch den rund 400 Meter langen Canyon hetzen mussten und fast zuwenig Zeit blieb, die spektakulären Erscheinung in würdiger Form zu geniessen.
Den Abschluss unserer Tour bildete der Bryce Canyon mit seinen farbigen Felspyramiden im Südwesten Utahs. Auch die Ansicht dieses Naturschauplatzes ist absolut spektakulär, jedoch war es in diesem Nationalpark auch ausserordentlich kalt und wir nicht mit sehr warmen Kleidern ausgerüstet, weshalb wir uns schon früh entschieden, wieder in wärmere Gefilde aufzubrechen.
Zurück in Las Vegas entschieden wir uns diesmal für den älteren Teil der Stadt, etwas entfernt vom bekannten Strip. In diesem Teil der Stadt scheint die Zeit in den Achtzigern stehen geblieben zu sein. Werbetafeln, Casinos und Beleuchtungen mit teilweise noch klassischen Glühbirnen versprühen einen Charme, welcher nur von der etwas zu neumodische LED-Bedachung gedämpft wird. Ein würdiger Abschluss unseres Abstechers in eine glamouröse Welt, bevor wir uns wieder in etwas andere Welten begeben.

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